Jubiläum: Falschparker-App Wegeheld seit vier Jahren online

Vor genau vier Jahren hat die Initiative Clevere Städte die kostenlose Falschparker-App Wegeheld online gestellt, die inzwischen mehr als 100.000 Mal heruntergeladen wurde. Die Nutzer können Falschparker, die andere Verkehrsteilnehmer blockieren und gefährden, auf einem „Internet-Pranger“ veröffentlichen oder direkt beim Ordnungsamt anzeigen. Das Zuparken von Geh- und Radwegen ist vor allem in Städten zunehmend zum Ärgernis und Sicherheitsrisiko geworden.

Etliche Verbände fordern mittlerweile, die deutschen Bußgelder auf den EU-Durchschnitt von rund 100 Euro anzuheben. Bislang haben Falschparker in der Automobilnation Deutschland wegen der lächerlich niedrigen Bußgelder von um die 15 Euro kaum etwas zu befürchten. Durch die Wegeheld-App ist zumindest die Gefahr, erwischt zu werden, gestiegen.

Im März 2014 ist nach der Android-Version auch die iPhone-App dazugekommen. Außerdem startete die Webseite www.wegeheld.org und Verstöße werden automatisiert auf Twitter veröffentlicht (@DasMussWeg). Zum Jubiläum bekommt die App neue Funktionen wie das Melden von „Parken auf Sperrflächen“ oder „Falschparker-Hotspots, behördlich toleriert“. Die Wegeheld-App erstellt aus den Fotos und Angaben der Nutzer rechtlich korrekte Anzeigen und schickt diese per Klick an die E-Mail-Adresse des zuständigen Ordnungsamtes.

„Die Wegeheld-Kampagne ist ein voller Erfolg! Das ehemalige ‚Kavaliersdelikt‘ wird zunehmend als das wahrgenommen, was es wirklich ist: Ein ständiges Ärgernis, denn Falschparker verursachen Staus, gefährden und nerven Fußgänger, Radfahrer und alle anderen Autofahrer“, sagt Heinrich Strößenreuther, Verkehrsexperte und Sprecher der Initiative Clevere Städte, die die App 2014 online stellte.

Besonders leiden unter Falschparkern Menschen mit Kinderwagen, Rollstuhl oder Rollator. Aber auch Busfahrgäste und andere Autofahrer kommen durch Staus wegen Zweite-Reihe-Parkern oft nur genervt und gestresst voran. Seit die App gestartet ist, berichteten Medien über 500 Mal über das Problem und schufen so ein Bewusstsein dafür in der Öffentlichkeit.

„Mit der App und etwas Zivilcourage können wir den Ordnungsämtern helfen. Denn die Ordnungshüter können diese Masse an Delikten derzeit nicht allein gewältigen. Würden die Bußgelder für Falschparker auf das EU-Niveau steigen, gäbe es schnell ein besseres Miteinander und weniger Egoismus auf unseren Straßen“, ist Strößenreuther überzeugt.

Ergänzend zu der App hat die Initiative Clevere Städte im Herbst 2014 eine Petition gestartet, um aus „Knöllchen“ richtige „Knollen“ zu machen. Die Petition für höhere Bußgelder wurde in den Petitionsausschuss des Bundestages eingebracht.

Etliche Verbände wie der Verkehrsclub Deutschland, der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen, der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club, der Zweirad-Industrie-Verband und der Bundesverband Parken haben sich der Forderung nach angemessenen Bußgeldern für Falschparker auf EU-Niveau angeschlossen.

Im politischen Raum wird des von den Bundestagsfraktionen der Grünen und der Linken gefordert, auch der Staatssekretär der Berliner Senatsverwaltung für Inneres und Sport, Christian Gaebler, erwartet Bußgelder im dreistelligen Bereich. Die Petition ist in den Petitionsausschuss des Bundestages eingebracht:

Staatssekretär der Senatsverwaltung für Inneres, Christian Gaebler (SPD) (Feb. 2018): "Zweistellige Eurobeträge reichen nicht aus. Wir brauchen Summen, die stärker abschrecken"

Bundestagsfraktion Die Linke (Juli 2017):Um dem ein Ende zu setzen, sollten die Geldbußen zumindest auf das europäische Durchschnittsniveau angehoben werden“ (Seite 17)

Gemeinsame Position des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs e.V. (adfc), des Zweirad-Industrie-Verbandes e.V. (ZIV) und des Verbund Service und Fahrrad e.V. (VSF) (März 2017): „Das Falschparken auf Radwegen konsequenter zu verfolgen und mit deutlich höheren Bußgeldern zu belegen

Bundestagsfraktion Die Grünen (Juni 2016): „Wir fordern die Anhebung der Bußgelder für Falschparken auf das europäische Durchschnittsniveau

Bundesverband Parken (Juni 2016): „Die Verwarnungsgelder für Parkverstöße müssen deutlich höher sein als das Tagesmaximum in einer Parkgarage oder am Straßenrand“ (Download Mobilität und Parken, Seite 8)

Verkehrsclub Deutschland e.V. (Juni 2015): „Auch das Falschparken sollte angesichts zugeparkter Fußgängerüberwege oder Kreuzungsbereiche im Bußgeldkatalog verschärft geregelt werden

Verband Deutscher Verkehrsunternehmen e.V., Fahrgastverband PRO BAHN e.V., FUSS e.V. Fachverband Fußverkehr Deutschland, Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter e.V. (Feb. 2015): „Es darf nicht sein, dass gedanken- oder rücksichtslose Verkehrsteilnehmer für die Verspätung hunderter ÖPNV-Fahrgäste verantwortlich sind: Deshalb unterstützen wir die Initiative in ihrem Anliegen"

 

Weitere Quellen und Links:

Link zum Internet-Pranger inkl. Filter-Funktionen: www.wegeheld.org

Link zum Internet-Pranger auf Twitter: www.twitter.com/DasMussWeg

Download-Links zu den Apps in Android und iTunes

Link zum EU-Knöllchen-Report

Link zur Petition für höhere Bußgelder für Falschparker inkl. ausführlichem Plädoyer mit Daten und Fakten

Link zur Falschparker-Auseinandersetzung in den sozialen Medien #Falschparker und #Falschparken

Vollständiger Medienspiegel mit allen Artikeln zur Parkpolitik unter den Filtern „Wegeheld-App“, „App-Crowdfunding“, „Bußgeld-Petition“, „Falschparken“

Dazugehörige Pressemeldung

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