Wenn die Ladenkasse des Einzelhandels wegen der Rad-, Bus- und Bahnfahrer dreimal klingelt

Der öffentliche Verkehr ist permanent von Kürzungs- und Subventionsdebatten betroffen, obwohl doch alle den ÖPNV ausbauen wollen. Die machtpolitische Realität zeigt dann häufig, dass die finanziellen Argumente die umweltpolitischen Argumente verdrängen können.

Was aber wäre, wenn relevante wirtschaftliche Kräfte ein Mehr an Umweltverbund fordern, weil es mehr Umsatz bringt? Wenn diese Argumente offensiv vorgetragen werden und Diskussionen über einen Ausbau des öffentlichen Verkehrs im kommunalen Umfeld auslösen? Wenn der Schwung der Diskussion um lebenswertere Städte, garniert mit wirtschaftlichen Fakten, genutzt werden kann für den öffentlichen Verkehr?

Diese Argumente wollten wir für den Verband Deutscher Verkehrsunternehmen/VDV-Ost auf Basis von bestehenden Studien und Expertenwissen erarbeiten. Folgende Themen wurden im Rahmen dieser Meta-Studie recherchiert:

  • Welche Zusammenhänge zwischen Umsatz und Kosten im Einzelhandel, Aufenthaltsqualität, Attraktivitätssteigerung, autofreien Bereichen und Umweltverbund gibt es?
  • Was sagen Studien und Quellen zu einem Mehr an Umsatz bei mehr Umweltverbund für den Einzelhandel in der Innenstadt?
  • Welche Rolle spielen Einkaufszentren in der Innenstadt und in der Peripherie für den ÖPNV und den Einzelhandel?
  • Welche Befragungsergebnisse zu Präferenzen von Handel und Konsumenten bzgl. verkehrspolitischer Maßnahmen gibt es?
  • Lässt sich für den Ausbau des ÖPNVs mit Einzelhandels- und Umsatzzahlen argumentieren? Wenn ja, mit welchen?

Tatsächlich gibt es sehr wenige Studien zu den direkten Effekten eines  Ausbaus des ÖPNV, dafür aber wesentlich mehr Daten und Studien, die aus anderen Diskussionen herangezogen werden können: Die Fußgänger-Zonen-Diskussion, Umsatz-Effekte durch mehr Radverkehr, Attraktivitätssteigerung von Innenstadtlagen etc..

Als Agentur für clevere Städte haben wir für den Verband Deutscher Verkehrsunternemen per Desk Research das Netz nach deutsch- und englischsprachigen Studien und Artikeln durchforstet und so ziemlich alles erwischt, was es relevantes dazu gibt. Einige Experten-Interviews rundeten das Ergebnis ab.

Im Kern bestätigen alle Studien, dass 80% des Umsatzes vom lokalen Einzelhandel nicht von Autofahrern stammt, sondern von Menschen zu Fuß, auf dem Rad oder aus Bus und Bahn. Diese Erkenntnis mutet zunächst komisch an, da doch der Autofahrer die größeren Scheine da lässt. Tut der auch, nur kommen die Fußgänger, Radfahrer und ÖPNV-Kunden öfters vorbei, so dass am Ende des Monats nur ein Fünftel in der Ladenkasse den Autofahrer-Kunden zuzurechnen ist.

Mehr dazu gibt beim Verband Deutscher Verkehrsunternehmen im Download (Seite 7 ff).

Gerne halten wir für Sie, Ihre Interessensgemeinschaft Einzelhandel o.ä. einen maßgeschneiderten Vortrag zu diesem Thema. Sprechen Sie uns dazu gerne an.

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