Groß hilft Klein: In Spielstraße Völkerball spielen

Street-Völkerball-Aktion protestiert für die Rechte von Kindern auf das Leben in der Stadt

Berlin, 26. Juli 2016. Heute treffen sich Völkerball-Spieler, um in einer Spielstraße Völkerball zu spielen. Von ihrem Recht, in verkehrsberuhigten Straßen Kinderspiele zu spielen, wird Gebrauch gemacht. Die Initiative clevere Städte will im Rahmen des Berliner Radsommers darauf aufmerksam machen, dass in Berlin Kinder nach wie vor aus dem Straßenraum zugunsten von Autos „wegdiskriminiert“ werden. Das Spiel ist zugleich inoffizielles Abschlusstraining der Strandvölkerball-WM am kommenden Wochenende in Berlin.

Verkehrsberuhigte Straßen, gerne auch Spielstraßen genannt, erlauben Kinderspiele wie zum Beispiel Völkerball. Allerdings traut sich kaum noch ein Kind, in einer auf Autos ausgerichteten Infrastruktur, von diesem Recht gebrauch zu machen.

„Groß hilft Klein – unter diesem Motto setzen wir ein Zeichen zum Senatsversagen, auch für die Kleinen in der Stadt, zu sorgen“, so Heinrich Strößenreuther, Initiative clevere Städte. „Die Kinder rein, damit die Autos draußen spielen können – das wollen wir nicht länger hinnehmen und fordern den Senat auf, für ein solidarisches Miteinander aller zu sorgen, auch der Kleinen.“

Statistiken belegen, dass der Aktionsradius von Kindern innerhalb einer Generation um nahezu 90 Prozent abgenommen hat. Gingen in den 70er-Jahren noch acht von zehn 7-Jährigen allein zur Schule, ist es heute nicht einmal mehr einer von zehn. Und gemäß einer Umfrage trauen vier von zehn Eltern ihren Kindern erst mit 14 zu, sich allein in der Stadt zu bewegen.

Tatsächlich fahren 80% aller Autofahrer zu schnell in verkehrsberuhigten Zonen – ohne nennenswerte Konsequenzen des Senats. Häufig lassen sich mit infrastrukturellen Maßnahmen verkehrsberuhigte Zonen in Sackgassen verwandeln, so dass diese Gefahren beseitigt werden.

„Wir sehen offenen Auges zu, wie die Stadt zur NoGo-Zone für eine ganze Bevölkerungsschicht wurde und wird. Wir wollen wieder Leben in der Stadt, machen deshalb von unserem Spielrecht gebrauch und fordern den Senat auf, Spielstraßen in Sackgassen zu verwandeln“, so Heinrich Strößenreuther weiter.

Morgen, Mittwoch, 27. Juli 2016, von 18:30 bis 19:30 Uhr soll in der Senefelder Straße 5 in Berlin Prenzlauer Berg in der verkehrsberuhigten Zone vor dem Mitmach-Museum Street-Völkerball gespielt werden. Kinderspiele sind in diesen verkehrsberuhigten Zonen ohne Alterseinschränkung laut StVO erlaubt. Das Spiel ist zugleich inoffizielles Abschluss-Training vor der Weltmeisterschaft im Strandvölkerball am kommenden Wochenende in Berlin im Beach Mitte. Auch Herr Torsten Kühne, Pankower Stadtrat für öffentliche Ordnung, wird mitspielen.

Weitere Informationen finden Interessierte unter folgenden Links:

Facebook-Link zum Street-Völkerball: https://www.facebook.com/events/574094666105906/

Fakten-Link zu „.. 90% abgenommen..“: http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/stadt/Allein-im-Wald--das-war-einmal/story/25995421

Weitere Recherche-Links und Quellen zum Thema Stadt, freier Aufenthaltsraum, Kinder, Verkehr: https://docs.google.com/spreadsheets/d/1w4DnXNsi74BUZY7tkwmX8DBnkWU5CZ2vVkNgv56X8Qc/edit#gid=1244109787

Link zu Definition Spielstraße: https://de.wikipedia.org/wiki/Verkehrsberuhigter_Bereich

Link zu Geschwindigkeitsüberschreitungen in Spielstraßen: http://www.gdv.de/2015/08/geschwindigkeitsmoral-in-koeln-nicht-so-gut-wie-in-berlin/

Link Strandvölkerball-WM in Berlin am Wochenende: https://www.facebook.com/events/1095132550559625/

Flyer für die Autofahrer: